Präsident Donald Trump hat einen neuen Vorschlag zur Verbesserung des Wohnungsmarktes in den Vereinigten Staaten vorgelegt: die Zulassung von 50-jährigen Hypotheken. Laut Weißem Haus soll diese Maßnahme die Belastung durch die hohen Preise verringern, die Millionen von Familien vom Immobilienmarkt fernhalten.
Obwohl die Details noch nicht bekannt sind, spaltet die Idee bereits die Meinungen von Ökonomen, Immobilienmaklern und Käufern.
Während einige darin eine Chance sehen, betrachten andere es als eine Falle, die langfristig sehr kostspielig werden könnte.
Was ist das Propuesta?
Eine 50-jährige Hypothek würde es ermöglichen, die Zahlungen weit über die derzeitigen Laufzeiten von 15 oder 30 Jahren hinaus zu verlängern.
Dies würde die monatlichen Raten senken und somit mehr Käufern mit durchschnittlichem Einkommen den Zugang ermöglichen.
Bill Pulte, Direktor der Federal Housing Finance Agency, nannte die Idee einen „radikalen Wandel“.
Laut Regierung besteht das Ziel darin, mehr Amerikanern den Kauf ihres ersten Eigenheims zu ermöglichen, ohne dass die monatliche Rate ihre Finanzen ruiniert.
Wie viel würden Sie tatsächlich sparen?
Die Einsparungen bei den Hypothekenzahlungen wären nicht so hoch, wie es scheint. Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied: Ein Haus im Wert von 450 US-Dollar mit einer 30-jährigen Hypothek zu 6,25 % Zinsen verursacht eine monatliche Rate von etwa 2770 US-Dollar und insgesamt 547 US-Dollar an Zinsen.
Bei einer 50-jährigen Hypothek würde die monatliche Rate auf etwa 2450 Dollar sinken, die Gesamtzinsen würden jedoch eine Million übersteigen, also fast das Doppelte betragen.
Mit anderen Worten: Der Käufer würde ein halbes Jahrhundert lang für dasselbe Haus bezahlen und am Ende viel mehr bezahlen, als es wert ist.
Wer würde von einer solchen Hypothek profitieren?
Die Maßnahme könnte junge Menschen anlocken, die sich den Kauf aufgrund hoher Preise und Gebühren derzeit nicht leisten können.
Allerdings würde dies auch zu Schulden führen, die praktisch ihr ganzes Leben lang anhalten würden.
In manchen Fällen würden diejenigen, die ihr erstes Eigenheim mit 40 Jahren erwerben, es erst nach dem 90. Lebensjahr vollständig abbezahlen.
Einige Experten, wie beispielsweise Richard Green, Professor an der University of Southern California, warnen davor, dass dies „keine gute Idee“ sei.
Seiner Ansicht nach würde es Jahrzehnte dauern, bis Käufer mit der Tilgung des Darlehenskapitals beginnen könnten, und die Zinsen würden über einen Großteil der Laufzeit nahezu unverändert bleiben.
Was sind die Risiken?
Die größte Gefahr besteht darin, dass der Käufer durch die lange Laufzeit des Darlehens nur sehr langsam Eigenkapital aufbaut. Sollten die Immobilienpreise fallen, könnte er am Ende mehr schulden, als sein Haus tatsächlich wert ist.
Darüber hinaus könnten Banken höhere Zinsen verlangen, um das erhöhte Ausfallrisiko auszugleichen, und geltendes Recht verbietet Hypotheken mit einer Laufzeit von mehr als 30 Jahren. Eine Änderung dieser Regelung würde Gesetzesänderungen im Kongress erfordern.
Könnten die Hauspreise steigen?
Experten im Wohnungsbau warnen davor, dass eine solche Maßnahme den gegenteiligen Effekt haben könnte.
Wenn mehr Menschen Zugang zu Krediten erhalten, aber keine neuen Häuser gebaut werden, werden die Preise weiter steigen. Viele sind sich einig, dass die Lösung nicht in einer Verlängerung der Kreditlaufzeiten liegt, sondern in einem größeren Angebot an bezahlbarem Wohnraum.
Bislang hat das Weiße Haus lediglich bestätigt, dass es sich um einen Vorschlag handelt, der derzeit geprüft wird.
Dennoch hat allein die Ankündigung die Debatte darüber neu entfacht, ob der Kauf eines Hauses mit einem 50-jährigen Darlehen ein Schritt in Richtung des amerikanischen Traums oder eine endlose Verschuldung ist.
